Erste Eindrücke

Im November 2019 waren wir zum ersten Mal auf dem Grundstück, um es uns vor dem Kauf anzusehen. Alles war etwas grau und trist und feucht und wir waren nicht sofort verliebt. Insgesamt gab es aber wenige Grundstücke zur Auswahl, die unseren Kriterien entsprachen und irgendwie für uns finanzierbar gewesen wären. Wir wollten einen Teil Bauland und einen Teil Land für Gartenbau, Hühner und später eventuell größere Tiere. Insgesamt sollte das Ganze ca. 1 Hektar groß sein. Wir wollten Bahnanbindung in die Stadt und schnelles Internet haben, weil @andreas und ich beide in der Stadt, in der IT arbeiten und Pendeln mit dem Auto einfach doof ist.

Erster Besuch – Blick ins Tal

Nach Begehung einiger anderer, sich zum Kauf anbietender Grundstücke waren wir dann aber ziemlich schnell einig, dass uns dieses die besten Bedingungen bot: Es gibt hier einen Express-Bahnhof in Fahrrad-Reichweite, einen Fluss, das Bauland ist komplett unbebaut, der Außenbereich hat die lange Seite nach Süden und ist nicht durch Bäume, Mauern oder Häuser beschattet.

Dafür gibt es hier im Dorf nur ca. 30 Häuser. Keines davon ist eine Arztpraxis oder Apotheke. Es gibt keinen Supermarkt und keine Tankstelle. Die nähste Schule und der nähste Kindergarten sind entweder 20 km mit dem Schulbus in die eine oder andere Richtung oder 15 Minuten mit dem Express-Zug weit entfernt. Dafür gibt es andere Kinder, sogar Kinder im Alter unserer Töchter. Und der Weihnachtsmann kommt zu jedem persönlich rum.

Blick vom Tal Richtung Dorf

Der Boden ist nicht der Beste, den man sich als Gärtnerin denken kann: Sand; Sand soweit wir bisher gebuddelt haben. Das Grundwasser dürfte in ca. 3 – 6 Metern Tiefe liegen. Ein genaueres Bodengutachten müssen wir noch in Auftrag geben. Allerdings soll Sand wohl ganz gut zum drauf Bauen geeignet sein, haben wir uns sagen lassen. Und darauf, dass es beim Gärtnern haupsächlich um Aufbau und Pflege des Bodens geht, bin ich ohnehin schon eingestellt. Die meiste Gartenarbeit wird jedenfalls wohl in diesem Bereich anfallen.

Sand soweit die Schippe reicht.

Nachdem wir uns also für dieses Fleckchen Erde entschieden und nach nicht wenigem Hin und Her auch endlich einen Kreditvertrag unterschrieben hatten, kauften wir im März 2020 den Boden, auf dem wir jetzt also mindestens die nächsten 20 Jahre unseres Lebens verbringen werden.

Schöne Wald-Lichtung

Beim Kauftermin wurde uns dann auch noch spontan ein in Laufreichweite gelegener Wald angeboten. Wobei „Wald“ euphemistisch ist. Es handelt sich um ca. 2 Hektar junge Kiefern-Monokultur plus ca. 0,2 Hektar Mischwald, der aus ein paar mittelalten Eichen, Kastanien und Birken besteht. Weil wir im Notfall das Haus mit einem Holzofen beheizen wollen und die Eßkastanien, die ich anpflanzen will, vielleicht doch etwas groß für den Waldgarten sind, haben wir also den Wald dazu gekauft.

Wohnwagen und Seecontainer

Und jetzt sind wir hier. Jedes Wochenende fahren wir raus und schlafen im Wohnwagen. Möbel und Haushaltsutensilien und sogar einige mehrjährige Pflanzen sind aus unserem ehemaligen Garten (aka. Wochenendgrundstück) schon mit uns umgezogen. Es ist rustikal. Aber bei jedem Besuch wächst die Vorfreude ein Stück mehr.

Flechten und Moose

2 Antworten zu “Erste Eindrücke”

  1. Arsch der Heide als Arbeitstitel ist ja wohl sehr zutreffend, wenn man das beschriebene Umfeld wie keine Schule, Apotheke, Arztpraxis usw. und die Fotos betrachtet. Bin gespannt, wie es weiter geht. Vielleicht verbessert sich durch Euch auch die Infrastruktur und für mich wird es nicht so schwer, Euch dann zu besuchen. Viel Erfolg wünscht Euch von Herzen T.

    1. Naja, uns zu besuchen, sollte nicht so schwer werden. Immerhin gibt es einen Express-Bahnhof in der Nähe. Die dreifache Strecke bist du gestern erst zu Fuß gelaufen. Ich bin also zuversichtlich, dass du es schaffen wirst. 😉

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